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Category Archives: Gesellschaft

Bild: Laternenanzünder in Stockholm im Dezember 1953. Bildquelle: Gunnar Lanz, Stockholm Stadtmuseum

Bild: Laternenanzünder in Stockholm im Dezember 1953. Bildquelle: Gunnar Lanz, Stockholm Stadtmuseum

Grossflächige Strassenbeleuchtung gibt es in Deutschland erst ab dem 17.Jhd., in Berlin z.B. ab 1678 nach einer Anordnung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Den ordnungsgemäßen Betrieb und die Versorgung mit Brennstoff stellten Lampenversorger und -anstecker sicher.

Ab Anfang des 19.Jhd. (1925 in Hannover und 1826 in Berlin) stellen die Städte den Betrieb der Strassenbeleuchtung auf Stadtgas um. Nun werden nur noch sogenannte (Gas-)Laternenanzünder benötigt.

Ab dem frühen 20.Jhd. (in Berlin 1925) werden die Beleuchtungen auf Druckwellenfernzündung, spätes 20.Jhd. auf Einzelsteuerung durch Dämmerungsschalter umgerüstet. Dadurch wurden keine Laternenanzünder mehr benötigt.

Die Geschichte der Berliner Gasbeleuchtung

Wikipedia: Strassenbeleuchtung

Kernkraftwerk_Grafenrheinfeld

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld – Foto: Andreas von der Au / Wikipedia

Mit der finalen Abschaltung des Meilers Grafenrheinfeld geht das älteste noch aktive AKW endgültig vom Netz. Im Juni 1982 wurde der Produktivbetrieb aufgenommen.

Pressemitteilung des Betreibers EON:
„In der Nacht von 27. auf 28. Juni 2015, genau um 23.59 Uhr, wurde das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) vom Netz genommen. (…) Die Abschaltung der Anlage verlief bestimmungsgemäß.“ Pressemitteilung

Im Anti-Atomkraft-Roman Die Wolke von Gudrun Pausewang von 1987 ist ein fiktiver Super-GAU im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, bei dem eine radioaktive Wolke freigesetzt wird, der Auslöser der Handlung.

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Wikipedia.

Am 21. Juni vor 32Jahren wurde Edward Joseph „Ed“ Snowden in Elizabeth City, North Carolina, geboren.

Als Dienstleister für den US-Geheimdienst NSA tätig gelangt er an streng geheime Informationen und Überwachungsdaten der Internetkommunikation durch NSA und den britischen GCHQ. Dabei wird ihm klar, dass die Vorgehensweise der Dienste fern seiner Moralvorstellungen befindet. Er geht mit den Informationen an die Öffentlichkeit und befindet sich seither auf der Flucht.

Er habe diesen Weg gewählt, „weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne, dass die US-Regierung die Privatsphäre, die Freiheit des Internets und grundlegende Freiheiten weltweit mit ihrem Überwachungsapparat zerstöre.“

In einem Interview mit dem Guardian-Journalisten Glenn Greenwald sagte Snowden: „Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird. Solche Bedingungen bin ich weder bereit zu unterstützen, noch will ich unter solchen leben.“

Jagd auf #Snowden – Wie der Staatsfeind die USA blamierte:

Artikel auf Wikipedia

Alle Artikel auf  netzpolitik.org

In einer Pressemitteilung positioniert sich das CSU nahe Netzwerk CSUnet deutlich gegen den aktuellen Entwurf der Vorratsdatenspeicherung.

Zum aktuellen Entwurf zur Vorratsdatenspeicherung erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende des CSUnet, Ronald Kaiser:

„Befürworter des Entwurfs zur Vorratsdatenspeicherung haben bisher keine überzeugenden Nachweise geliefert, dass die VDS schwerste terroristische Straftaten verhindert oder zu ihrer Aufklärung beigetragen hätte. Die massenhafte und anlasslose Speicherung von Verkehrsdaten widerspricht den Auflagen des EuGH und des BVerfG.

Den deutschen Providern würden unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. Wie mittelständische Unternehmen diese Kosten schultern sollen, ist mehr als fraglich.

Berufsgeheimnisträger sind nach wie vor nicht von der Speicherpflicht ausgenommen. Trotz gewisser Einschränkungen bei der Verwertung der Daten widerspricht dies dem EuGH, der entsprechende Ausnahmen bereits bei der Datenspeicherung verlangt. Letztendlich wäre dadurch das Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Bevölkerung nachhaltig gestört. Gesprächsinhalte werden zwar nicht gespeichert, aber zahlreiche Studien belegen, dass man aus den laut Gesetzentwurf zu speichernden Daten entsprechende Profile erstellen kann.

Nicht zuletzt steht die vorgeschlagene neue Strafvorschrift § 202d StGB (Datenhehlerei) in keinerlei Zusammenhang mit dem verfolgten Zweck der VDS. Sie führt zur Kriminalisierung und damit letztendlich zu einer Schwächung des journalistischen Quellenschutzes.“

Artikel bei CSUportal – CSUnet

 

Mit der Einführung der Vorratsdatenspeicherung stellt die Bundesregierung alle Bürger unter Generalverdacht. So können Bewegungsprofile erstellt werden und die sozialen Beziehungen der Bürger lückenlos erfasst werden. Dies stellt nach Meinung von Experten einen massiven Eingriff in die Grundrechte dar. Ganz nebenbei werden still und heimlich mit der Einführung des Begriffs „Datenhehlerei“ Whistleblower und Plattformen wie z.B. Wikileaks kriminalisiert.

ZDF Frontal 21 berichtete am 15.06.2015 über die Vorratsdatenspeicherung.  Unter anderem zeigt das Team, wie eine Visualisierung von Vorratsdaten aussehen könnte. In der Schweiz werden seit 10 Jahren Vorratsdaten gesammelt. Der Schweizer Nationalrat Balthasar Glättli hat auf Herausgabe seiner Daten geklagt und hat diese grafisch aufbereiten lassen. In einer animierten und interaktiven Zeitleiste lässt sich nachvollziehen, wo Glättli sich aufhält, wohin er sich bewegt, mit wem er kommuniziert, wann er twittert und SMS schreibt.

youtube: https://www.youtube.com/watch?v=phjo8zDB6lg

Weiterführende Informationen auf netzpolitik.org – Vorratsdatenspeicherung

Beitrag auf der Website von ZDF Frontal 21 Die unendliche Geschichte der Vorratsdatenspeicherung – Bürger unter Generalverdacht

Wer die Freiheit aufgibt,
um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin

Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat – Ich bin am Rosenmontag mit der Bahn auf einer Strecke gefahren, die mich über den Mainzer Hauptbahnhof geführt hat. Wahrscheinlich habe ich als Fastnachtsmuffel die Gefahr verdrängt…

In Worms haben eine Regionalbahn und ein Regionalexpress schon überhaupt nicht mehr angehalten, da sie bereits überfüllt waren. Ein ab Worms eingesetzter Sonderzug hatte glücklicherweise weit vorne eine defekte Tür, sodass sich das Feiervolk nicht bis ganz nach vorne gesetzt hat. Im vordersten Abteil war es bis Bodenheim bis auf vier gröhlende Karnevalisten relativ ruhig. Dort hielt der Zug mit dem Vorderteil leider etwas zu früh mitten am Bahnsteig, daher haben leider viele das vordere Abteil entdeckt. Aber da waren ja glücklicherweise nur noch zwei Stationen bis Mainz Hauptbahnhof übrig.

Nach Wiesbaden war die Fahrt angenehm… gähnende Leere im Zug, die arme Zugbegleiterin war dem Nervenzusammenbruch nahe – sie hatte mein Mitgefühl…

Auf der Rückfahrt dachte ich, um 17:00/18:00 Uhr wäre schon alles vorbei – falsch gedacht. Als ich in Mainz aus der Regionalbahn aus Wiesbaden steigen wollte, sah ich mich einer geschlossenen Kette kostümierter Fastnachtsfanatiker gegenüber, die entweder noch nie eines hatten oder ihr Hirn vor kurzem versoffen hatten. Auf die Idee zu kommen, dass die Passagiere aussteigen müssen um auch wieder welche einsteigen zu lassen, war wohl zuviel verlangt. Ich habe zwei Sekunden gewartet um ihnen zumindest die Chance zu geben, selbst darauf zu kommen. Zuviel verlangt, mich starrten stumm ca. 15 bunt kostümierte an. Erst auf wiederholte Bitte, dass ich doch gerne aussteigen wolle, konnte ich mich durch die Menge durchdrücken. Dass ich dabei noch wüst beschimpft wurde, brauche ich wohl nicht erwähnen.

Die Fahrt in der Regionalbahn von Mainz nach Worms war schliesslich so, wie ich es dann vermutet hatte. Lautes Gröhlen, Anrempeln, Pöbeln etc. Als zwei Bänke hinter mir ein Troll seine vernichteten Bierreserven nicht mehr bei sich behalten konnte, war ich kurzzeitig ein wenig verärgert. Na ja… Aber wo stiegen die lautesten und unangenehmsten Feiertrolle aus? Ja… In Worms

Ich muss gestehen, ich habe den offenen Brief von Judith Holofernes an die Werbeagentur Jung von Matt mit einiger Genugtuung gelesen.

Sie antwortet darin auf eine Werbeanfrage an ihre Band „Wir sind Helden“ für die Fortführung der Werbe-Kampagne der BILD-Zeitung.

Die klare Antwort: „Ich glaub, es hackt.“

Das „ist das Per­fi­des­te, was mir seit lan­ger Zeit un­ter­ge­kom­men ist.“ … „Sel­ten hat eine Wer­be­kam­pa­gne so ge­schickt mit der Dumm­heit auf allen Sei­ten ge­spielt.“…

„Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash -​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guil­ty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle -​Zi­tat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zei­tung das, als was ihr sie ver­kau­fen wollt: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da.“

Hier noch mal der Originaltext auf der Webseite von „Wir sind Helden“.

http://www.wirsindhelden.de/2011/02/warum-ihr-vielleicht-auch-hier-seid/

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Ein Artikel von Judith Holofernes von 2007, BILDbloggerin für einen Tag:
„Bild“ ist und bleibt kein Lifestyleaccessoire!